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Der Dreifaltigkeitsfelsen bei Lavamünd 

 
Der Dreifaltigkeitsfelsen bei Lavamünd
 
Vor vielen Jahren hatte ein Bauer in Untersteiermark, die damals noch zu Österreich gehörte, einen seltsamen Traum. Eine unbekannte Stimme sagte ihm, er solle am Palmsonntag zum Dreifaltigkeitsfelsen wandern, der sich östlich von Lavamünd aus dem Tal erhebt. Dort werde er auf einem krummen Baumast einen Schlüssel finden, mit dem er eine Pforte im Dreifaltigkeitsfelsen öffnen könne.

Die Pforte führe in eine Höhle, in der ein großer Schatz verwahrt sei und den könne er heben. Das Glück wäre dem Steirer aber nur am Palmsonntag während des Gottesdienstes hold. Als der Bauer aus dem Schlaf erwachte, dachte er über den sonderbaren Traum nach. Weil er schon manchesmal gehört hatte, dass man solchen Träumen folgen solle, machte er sich am Vortag des Palmsonntags auf den Weg nach Lavamünd. Am nächsten Morgen stieg er am Dreifaltigkeitsfelsen hinauf, und als die Glocken im Markt erklangen, begann er nach dem Schlüssel zu suchen. Schon nach wenigen Minuten fand er seinen Traum bestätigt.

Der Steirer nahm den Schlüssel vom Ast, öffnete damit die Pforte und trat ins Innere des Felsens. Dort erblickte er drei mächtige Kisten. Doch, o Schreck, sie waren besetzt. Auf der ersten Kiste saß ein großer, schwarzer Hund, auf der zweiten eine grimmige Katze, und auf der dritten lag eine dicke Schlange. Nun wagte es der Steirer nicht, sich den Kisten zu nähern und die vielleicht darin verborgenen Schätze an sich zu nehmen.

Er wollte schon unverrichteter Dinge aus der Höhle steigen. Ehe er sich aber zum Gehen wandte, forschte er doch noch einmal durch den geheimnisvollen Raum, ob er nicht etwas Passendes zum Mitnehmen fände. Da merkte er an einer Wand viele Schmerlaibchen hängen. Eines nahm er als Andenken zu sich und verließ, verärgert über diesen unscheinbaren Fund, die Höhle. Er schloss die Pforte und hängte den Schlüssel wieder an den krummen Baumast.

Der Steirer war ganz schlechter Laune, als er das Gasthaus im Markt betrat, wo er übernachtet hatte. „Das ist alles, was ich gefunden habe", sagte er zum Wirt und warf das Schwerlaibchen auf den Tisch. Doch kaum hatte es die Tischplatte berührt, so platzte es, und unzählige Goldstücke rollten aus der Schmerhülle. Die beiden starrten mit großen Augen auf diesen Reichtum, und dem Steirer tat es jetzt sehr leid, dass er nicht mehr von jenen Schmerlaibchen mitgenommen hatte. Die glückliche Stunde aber war vorbei, denn schon kamen die Leute mit den geweihten Palmzweigen aus der Kirche zu Lavamünd.
 
 
Münze

 

 

 

Zuletzt aktualisiert: 07.19.2010 - 08:06:38 Uhr
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